Doppelte Haushaltsführung: Wöchentliche Familienheimfahrten im Fokus (Steuerberater R. Link)

Führt der Arbeitnehmer mit einem vom Arbeitgeber auch für Privatfahrten überlassenen Kfz wöchentliche Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung durch, bleibt es nach einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Niedersachsen auch dann bei dem „Werbungskostenabzugsverbot“, wenn die Überlassung teilentgeltlich erfolgt und dem Arbeitnehmer tatsächlich Aufwendungen für die Durchführung der Fahrten entstehen. 

Was war geschehen?

Der Arbeitnehmer beteiligte sich für seine Privatnutzung nicht nur pauschal an den Kosten des Pkw (0,5 % des Listenpreises), sondern auch noch kilometerabhängig an den Tankkosten. Vergeblich begehrte er bei Finanzamt und -gericht den Werbungskostenabzug seiner tatsächlichen Kosten für die Familienheimfahrten – ohne Erfolg.

Nun liegt die Sache beim Bundesfinanzhof (BFH). Der Ausgang ist offen, denn bislang haben sich weder die Finanzrechtsprechung noch die steuerrechtliche Literatur mit dieser Sachverhaltskonstellation – Familienheimfahrten bei teilentgeltlicher Dienstwagenüberlassung – befasst.

FG Niedersachsen, Urteil vom 8.7.2020, 9 K 78/19, Revision beim BFH unter dem Az. VI R 35/20


Rolf Link 
Diplom Kaufmann, Diplom Finanzwirt, Steuerberater
Fachberater für Strategieberatung (IHK)
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)
Fachberater für Vermögens- und Finanzplanung (Universität Freiburg)

(Letzte Änderung: 12.12.2020)